Helga König im Gespräch mit Thomas Schäfer über sein Buch "Keine Chance für Krafträuber- Wie Sie Ihre Lebensenergie schützen und aufladen"- Integral

Lieber Thomas Schäfer, dieser Tage  haben ich Ihr Buch "Keine Chance für Krafträuber" auf Buch, Kultur und Lifestyle" rezensiert. Heute  nun möchte ich einige Fragen dazu an Sie richten.

Hier der Link zur Rezension:  Keine Chance für Krafträuber

Helga König: Können Sie unseren Lesern kurz erläutern, was man unter Lebensenergie in Ihrem Sinne konkret zu verstehen hat und weshalb es so wichtig ist, diese Energie zu schützen und immer wieder neu aufzuladen? 

 Thomas Schäfer

Thomas Schäfer:  Jeder kennt den Spruch: "Ich bin am Ende, dieser Mensch raubt mir den letzten Nerv!" Letztlich ist Lebensenergie unsere nervliche Energie, die wir für unsere gesunde Psyche im Alltag brauchen. Selbstverständlich stimmt darüber hinaus JEDE Definition von Lebensenergie auf ihre Weise, egal ob man an das Chi der Chinesen oder an Biophotonen denkt. Doch eine exakte Definition von Lebensenergie, geschweige denn eine naturwissenschaftliche, kann es nicht geben. Zum Glück ist das Phänomen Energie zu komplex. Entscheidend ist allein: Wir können durch das Spüren nach innen unsere eigene Lebensenergie durch das allgemeine Körpergefühl wahrnehmen. Natürlich kann dies nur subjektiv geschehen! Wer dauerhaft "vergisst", seine Lebensenergie zu schützen und aufzuladen, der geht nur auf dem Zahnfleisch durchs Leben. 

 Helga König
Helga König:  Was ist ein typischer Energievampir? 

Thomas Schäfer:  Ein typischer Energievampir ist jemand, der uns nicht nur den letzten Nerv raubt, sondern, der sich "labt" und "weidet" daran, dass er unsere Gedankenenergie extrem bindet. Beispielsweise ein Mann vom Typ "Pascha" lügt jeder Frau etwas anderes vor und genießt es, in einer unglaublichen Machtfülle mit seinen Energiespielchen alles um sich herum zu dirigieren. 

Helga König: Sie nennen vier Schritte, mittels denen man gegen Energieklau vorgehen kann. Wie spürt ein Mensch, dass ihm Energie abhanden gekommen ist? 

Thomas Schäfer:  Man fühlt sich auf unerklärliche Weise nach dem Kontakt mit dem Krafträuber ausgelaugt, leer und nicht selten spürt man in sich eine Wut hochkommen. Ärger und Beklemmungen sind oft ebenfalls ein Hinweis auf "unfreiwilligen Energietransfer".

Helga König: Sie befassen sich im Buch mit verschiedenen Möglichkeiten des Energie- bzw. Kraftraubs. Worin zeigt sich in Beziehungen am häufigsten Energieraub und welche Folgen hat dies für den Beraubten? 

Thomas Schäfer:  Der Klassiker in Beziehungen ist die Drohung, jemanden zu verlassen. Allerdings wird diese Waffe schnell stumpf wenn man dann doch in der Beziehung bleibt. Andere Klassiker: sich sexuell oft verweigern (eher von Frauen), der Partnerin immer wieder Ehe und Kinder zu versprechen, ohne es zu halten (von Männern), in Konflikten zu schweigen statt sich auseinanderzusetzen (meist sind Männer die großen Schweiger) und die Selbstmorddrohung: "Wenn Du mich verlässt, bringe ich mich um!" (beide Geschlechter). Je brutaler und länger der Energieraub, desto weniger "Gras" kann noch in dieser Beziehung wachsen. Das wird besonders deutlich beim schlimmsten Energieklau: der Drohung mit Selbstmord. Wie könnte eine Beziehung auf Augenhöhe so etwas dauerhaft aushalten? Der Beraubte ist gezwungen, oft durch Rat des Arztes, der Freunde und Verwandte, die Paarbeziehungen zu beenden. Die weniger schlimmen obigen Beispiele führen dazu, dass der Beraubte sich zutiefst ohnmächtig fühlt durch den Energieklau. 

Helga König: Können Sie den Lesern kurz erläutern, weshalb indirekte Kommunikation eine von Energievampiren häufig benutzte Technik ist, um Macht auszuüben und wie man sich das konkret vorstellen darf? 

 Thomas Schäfer
Thomas Schäfer:  Diese "Technik" wird in der Regel von besonders intelligenten Räubern angewandt. Die Opfer erkennen meist nur mit professioneller Hilfe, was hinter dieser Art von Kommunikation steckt. Ein Beispiel: Immer wenn es darum geht, ihrer schon erwachsenen Tochter etwas Unbequemes zu sagen, wählt die Oma den indirekten Weg: sie ruft ihre 18-jährige Enkelin an und sagt ihr: "Richte bitte deiner Mutter aus, sie muss jetzt für mich das erledigen, worum ich sie schon letzte Woche bat, und zwar rasch..." Wenn die Enkelin die Mutter dann informiert, dann "tobt" diese: "Was denkt die sich eigentlich, die soll sich um ihre eigenen Scheiß kümmern..." Die Enkelin steht dabei und ist völlig verstört: "Ich habe doch nur weitergegeben, was die Oma..." Für die Oma ist das Ergebnis des telefonischen Überfalls sehr erfreulich: Sowohl der Tochter als auch der Enkelin wurde erfolgreich Energie geklaut! 

Dieses Form von "indirekter Kommunikation" ist für Mutter und Enkelin schädlich. Um nicht weiter Energie zu verlieren, muss gehandelt werden. Am besten, die Mutter teilt der Oma trocken mit, dass sie in Zukunft solche Dinge nur an sie selber gerichtet sagen solle, aber nie mehr der Enkelin Aufträge geben soll. Sie dulde es nicht, dass die Enkelin weiter für Dinge in Anspruch genommen werde, die sie nichts angehe! Falls die Oma, ein echter Energievampir, sich nicht an die Aufforderung hält, benötigt die Enkelin von ihrer Mutter den Hinweis: "Sobald dir die Oma wieder solche Dinge erzählt, sagst du 'Stopp Oma, das geht mich nichts an.' Wenn die Oma dennoch weiter redet, dann lege bitte einfach ohne ein weiteres Wort sofort auf!" Natürlich sollte man die Enkelin auch darüber aufklären, was "indirekte Kommunikation" ist und welchen Schaden sie in Familien anrichtet. 

Helga König
Helga König: Was bewirkt Energieraub langfristig, der zwischen Eltern und Kindern stattfindet? 

Thomas Schäfer:  Der Energieklau von Kindern an Eltern ist nicht so schlimm... schließlich opfern Eltern schon seit Urzeiten ihre Ressourcen für die Kinder. Allerdings sollten Eltern "Stopp" sagen, wenn ihr erwachsenes Kind sie ausbeuten will (zB. finanziell: "Mama, ihr müsst eure Wohnung verkaufen, ich brauch' jetzt Geld") Völlig unnatürlich ist allerdings der Energieklau von Eltern an Kindern. Er verwüstet die Kinderpsyche in schlimmer Weise.

Kinder warten darauf, von ihren Eltern beschützt und mit Energie versorgt zu werden. Wenn nun das Gegenteil stattfindet, wird alles "schief". Beispiel: Kinder werden als Ersatzpartner benutzt: Eine junge Frau leidet bis heute daran, dass ihre Mutter ihr ständig in peinlicher Detailgenauigkeit ihre Probleme - auch sexuelle! - mit ihren Liebhabern erzählt. Schon mit 5 Jahren musste sie die Mutter beraten! Das wirkt destabilisierend auf die Kinderpsyche. 

Außerdem ist kein normales Eltern-Kind-Verhältnis mehr möglich. Andere Beispiele: - "Nur wegen dir bin ich viel zu lange in dieser schlechten Ehe mit deinem Vater [deiner Mutter] geblieben. Du bist schuld daran!" - "Du bist zu dick" Man muss sich nicht wundern, dass auf diese Weise angesprochene Kinder den "Draht" zu den Eltern verlieren. Das gilt auch für den Energieklau an erwachsenen Kindern später: "Ich enterbe dich, wenn Du jetzt nicht xy machst (die Firma übernimmst usw.)." 

Helga König: Sie schreiben, dass es eine wichtige Grundregel sei, Familienprobleme, psychosomatische Schwierigkeiten und seelische Stresssituationen in beruflichen Zusammenhängen niemals mitzuteilen. Können Sie das unseren Lesern kurz näher begründen? 

Thomas Schäfer:  Nehmen wir einmal an, ich erzähle freizügig an meinem Arbeitsplatz alle meine Probleme herum. So lange ich mich mit allen gut verstehe, ist alles in Ordnung. Was aber passiert, wenn ich mit bestimmten Mitarbeitern plötzlich einen handfesten Konflikt wegen irgendeiner Sache habe? Zu 100% garantiere ich dafür: das freizügig mitgeteilte Wissen wird ab sofort von meinen "Gegnern" gegen mich verwendet, zu meinem Schaden...

Helga König: Der "Entmutigungsvampir" wirkt sich auf Kreative besonders schädlich aus. Wie hält man sich als sensibler Künstler beispielsweise ein solches "Monster" am geschicktesten von Hals?

Thomas Schäfer:  Für Künstler ist besonders wichtig, dass sie innerlich von ihrer Mission überzeugt sind. Sie müssen sich regelmäßig die Anerkennung ihrer Arbeit durch Verwandte, Freunde und Kollegen holen. Genau das macht "immun" gegen Entmutigungsmonster wie z.B. nörgelnde Ehemänner. 

Helga König: Wie kommt es, dass sich manche Menschen selbst sabotieren? 

 Thomas Schäfer
Thomas Schäfer:  Viele Ursachen kommen hierfür in Frage; eine besonders häufige: schwere Traumatisierung in der Kindheit. Hier hilft langfristig nur Psychotherapie. 

Helga König: Worin besteht die beste Methode, erneut Kraft zu gewinnen nach einem "Vampirbiss" und sich generell im Hinblick auf Angriffe von Energievampiren zu sensibilisieren? 

Thomas Schäfer:  Nach meiner 4-Punkte-Methode ist hier der 3. Schritt (s. 2. Kap.) sehr wichtig: Der Energierücktransfer. Ferner empfehle ich eine Atemübung (letztes Kap.): intensiv das schlimme Erlebnis 10 Min. ausatmen und Sonnenlicht einatmen (Wiederaufladen). Zur Sensibilisierung hilft langfristig nur, dass man immer wieder im Kontakt mit Menschen innerlich versucht, seinen eigenen Körper zu spüren. Solange ich ein gutes Körpergefühl habe, ist alles ok. Sobald jedoch die eingangs dieses Interviews aufgezählten negativen Körperfeedbacks (s. Ihre 3. Frage) entstehen, gilt es, sich zu fragen: Habe ich es gerade mit einem Krafträuber zu tun?

Helga König: Weshalb können Familienaufstellungen dazu verhelfen, Krafträuberproblematiken, die uns das Leben schwer machen, auf den Grund zu gehen? 

Thomas Schäfer:  Was Familienaufstellungen sind und wie sie die verschiedensten tiefer liegenden Probleme mit Eltern, Kindern, Vorgesetzten usw. effektiv lösen können, kann ich leider hier nicht darstellen. Es würde den Rahmen sprengen... Auf meiner homepage www.familienaufstellungenthoschaefer.de gibt es aber zwei kostenlose, längere Radio-Podcasts, die anschaulich in dieses Thema einführen. Wer sich noch weiter mit Aufstellungen beschäftigen möchte, findet auf meiner Internetseite viele Hinweise. 

Ein Kurzbeispiel zu Ihrer Frage möchte ich aber doch andeuten: Ein Mann erlebt ständig einen tiefen Konflikt mit seinem Chef und fühlt sich vom ihm gemobbt. Auch der häufige Wechsel des Arbeitsplatzes und ein ganz neuer Chef verändern leider nichts. Durch eine Aufstellung kann man nun herausbekommen, welche Person im Familiensystem diese merkwürdigen Chefs (unbewusst) "vertritt" und eine Lösung suchen.

Lieber Thomas Schäfer, ich danke Ihnen herzlich für das aufschlussreiche Interview

Helga König

Das Foto von Thomas Schäfer hat  Elke Kräutel realisiert. 

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