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Helga König im Gespräch mit Frank Behrendt über sein Buch "Liebe dein LEBEN und NICHT deinen Job" Gütersloher Verlagshaus

Lieber Frank Behrendt, heute habe ich Ihr Buch "Liebe dein LEBEN und NICHT deinen Job" auf "Buch Kultur und Lifestyle" rezensiert. Deshalb nun möchte ich einige Fragen an Sie richten.

Hier der Link zu  der Rezension:  "Liebe dein LEBEN und NICHT deinen Job"

Helga König: Können Sie unseren Lesern mitteilen, womit Sie sich beruflich befassen und was Sie veranlasst hat, dieses Buch zu schreiben?

 Frank Behrendt
foto@johnmjohn.de
Frank Behrendt: Ich leite seit vielen Jahren Agenturen, ein bekanntlich besonders stressiges Arbeitsumfeld. Den Kollegen ist aufgefallen, dass ich im Gegensatz zu vielen anderen trotzdem immer entspannt bin. Da hat mich ein Journalist mal gefragt, was mein Geheimnis ist. Ich habe das beim Friseur mal kurz ins Handy getippt und dann sind meine 10 Thesen im Netz zu einem Hit geworden. Da musste ich natürlich ein Buch dazu schreiben und meine ganze Geschichte erzählen. 

 Helga König
Helga König: Ist Gelassenheit eine Frage der Reife von Menschen oder eher eine Frage der Mentalität? 

Frank Behrendt: Ich meine es ist eine Mischung aus beidem. Lebenserfahrung hilft, aber trotzdem leiden auch viele erfahrene Menschen unter ihrem Job. Dann braucht man eine gelassene Haltung, die kann man entwickeln.

Helga König: Sie sagen, man möge sich jeden Morgen bewusst machen, dass wir im Job nur Monopoly für Erwachsene spielen, was heißt das? 

Frank Behrendt:  Das war natürlich, genau wie der Buchtitel zugespitzt. Ich bin schließlich PR-Mann (lacht). Gemeint ist damit, dass man sich eine gewisse Lockerheit bewahren und sich auch selbst nicht zu wichtig nehmen sollte. Natürlich müssen Aufgaben ordentlich und pünktlich erledigt werden, aber man sollte dabei nicht verkrampfen. Auch wenn mal was schief geht, lässt sich vieles wieder ausbügeln. Das ist damit gemeint, eine gewisse Distanz und Leichtigkeit bei der Arbeit.

Helga König:  Hätten Sie vor 20 Jahren ein Buch mit dem Tenor wie "Liebe dein Leben und nicht deinen Job"  bereits schreiben können oder dachten Sie damals noch völlig anders?

 Frank Behrendt
foto@johnmjohn.de
Frank Behrendt: Ich bin auch nicht als Guru auf die Welt gekommen. Ich habe Fehler gemacht und zum Beispiel meine erste Ehe auf dem Altar der Karriere geopfert. Damals habe ich mir geschworen, dass nie wieder ein Job so in mein Leben eingreifen darf. Und dann habe ich vieles geändert und lebe seitdem extrem glücklich mit meiner Familie. Meinen Job mache ich dennoch gerne, aber er beherrscht nicht mehr mein Leben. 

 Helga König
Helga König: Spontanität und hohe Disziplin müssen sich nicht widersprechen. Wie muss man gestrickt sein, um beides leben zu können? 

Frank Behrendt: Das kann man lernen, habe ich auch. Selbstdisziplin ist die Grundlage um entspannt zu sein. Denn Dinge müssen erledigt werden. Je schneller und besser, um so eher hat man Zeit, um das zu machen, was einem Spaß macht. Im Buch beschreibe ich genau, wie ich meinen Tag strukturiere und Arbeitszeiten anders definiere, um mir Freiräume zu schaffen, in denen ich dann auch mal spontan was machen kann. 

Helga König:  Weshalb, sollte man sich Atempausen während des Arbeitstages gönnen und wie schafft man es, dabei kein schlechtes Gewissen zu haben? 

Frank Behrendt:  Arbeit ist doch ein Deal: Es gibt Geld für eine Leistung. Wenn die optimal erbracht wird, ist alles gut. Ich meine auch, die Leistung wird besser, wenn man zwischendurch mal eine andere Inspiration bekommt. Keiner kann immer durcharbeiten, da passieren Fehler, die Qualität leidet. Da hätte ich dann viel eher ein schlechtes Gewissen. Ich würde sogar lieber freiwillig länger arbeiten, oder am Abend was erledigen, wenn ich dafür mehr Flexibilität hätte, um tagsüber was privates zu erledigen. 

Helga König: Was geschieht nach Ihrer Erfahrung, wenn man ein Stück Kindheit in sein Leben ab und an zurückholt? 

 Frank Behrendt
foto@johnmjohn.de
Frank Behrendt: Dann passiert etwas wunderbares: Durch einen Anker – bei mir sind es meine Spielzeugindianer von früher – erinnert man sich an glückliche Momente von damals. Bei mir stehen sogar Spielzeuge aus der Kindheit im Büro, so kann ich immer mal zwischendurch verreisen. Herrlich. 

Helga König: Welche Erfahrungen haben Sie in den sozialen Netzwerken gemacht und empfinden Sie gelassene Kommunikation dort als zielführend? 

Frank Behrendt: Ich erlebe die digitale Welt als große Erleichterung, denn sie macht das Arbeiten flexibler. Man sollte nur nicht vergessen, auch mal offline, es gibt auch noch eine echte Welt und die ist wunderschön. Ich mag die sozialen Netzwerke, bin ja auch selbst überall vertreten. Aber ich nutze sie mit Leichtigkeit und poste auch mal meinen Hund. Wer im echten Leben gelassen ist, sollte auch online nicht zu verkrampft sein. Ernste Nachrichten gibt es genug, gerade aktuell. Da sind Posts die Spaß machen doch ein wichtiger Weckruf, um daran zu erinnern, dass das Leben immer noch viele schöne Seiten bietet. 

Helga König: Um am Schreibtisch gelassen arbeiten zu können, benötigt man Ruhe. Wie beschaffen Sie sich diese? 

Frank Behrendt:  Ruhe gibt es selten, weder im Büro noch zu Hause. Ich habe drei Kinder und einen Hund, da ist immer was los. Es geht um Fokussierung und Konzentration. Auch das ist erlernbar. Wer sich gerne einen Kopfhörer aufsetzt, auch okay. Ansonsten arbeite ich gerne früh morgens, in der Mittagspause - ich nehme sie dazu zeitversetzt - oder abends. Eben dann, wenn die meisten anderen nicht arbeiten, denn dann hat man Ruhe und schafft schneller mehr. 

Helga König: Hat die Generation Y Ihrer Erfahrung nach eine gelassenere Grundhaltung und falls ja, was können wir von dieser Generation lernen? 

 Frank Behrendt
foto@johnmjohn.de
Frank Behrendt: Viele Vertreter der jüngeren Generation haben eine andere Einstellung. Sie wollen auch arbeiten, aber sie wollen auch mal eine Auszeit nehmen oder etwas für sich tun neben der Arbeit. Das finde ich gut und smarte Arbeitgeber ermöglichen das auch, denn die Mitarbeiter zahlen das oft durch engagierte Leistung zurück. Es ist am Ende immer ein Geben und Nehmen. Von den Youngstern können wir lernen, dass man nicht lebt um zu arbeiten, sondern arbeitet um zu leben. Eine sehr gesunde Haltung, wie ich finde. 

Helga König: Wenn Sie Ihr Buch im Rahmen von 5 Tweets a 140 Zeichen definieren sollten, wie würde der Inhalt dieser Tweets ausschauen? 

Frank Behrendt:  

1. Ich glaube daran, glückliche Menschen sind erfolgreicher. Und: Jeder arbeitet lieber mit jemandem zusammen, der gute Laune verbreitet. 

2.  In der heutigen Arbeitswelt MUSS jeder einen Weg zur Gelassenheit finden, wenn er nicht mit Dauerfrust, Burnout oder Herzinfarkt enden will. 

3. Auch in starren Strukturen gibt es kleine Freiräume. Die gilt es zu finden und maximal auszunutzen, für seine kleinen Glücksmomente. 

4. Nichts ist wichtiger als Du selbst. Deshalb geh verantwortungsvoll mit Dir um. Arbeite um zu Leben, aber lebe nicht um zu arbeiten. 

5. Wenn Du in einem Job oder unter einem Chef leidest, such das Gespräch. Wenn sich nichts ändert: Kündige. Es gibt immer einen neuen Weg.


Lieber Frank Behrendt, ich danke Ihnen für das aufschlussreiche Gespräch.

Ihre Helga König

Das Buch ist überall im Handel erhältlich

Onlinebestellung  Gütersloher Verlagshaus oder Amazon

Website des Autors: http://frankzdeluxe.de/

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